Herbstausfahrt der LG Rhein - Ruhr zum Archäologischen Park in Xanten 14./15.10.2006

Samstag, 14. Oktober 2006
22 Teams der Landesgruppe trafen sich zum Start der diesjährigen Herbstausfahrt im “van der Valk Hotel Moers“. Hier ließ es sich unser Präsident SB Jordan nicht nehmen, die eintreffenden Teilnehmer schon auf dem Hotelparkplatz zu begrüßen und Ihnen den Weg ins Hotel zu weisen. Aufgereiht an einer langen Frühstückstafel konnte sich ein jeder nach einer mehr oder weniger langen Anreise für die bevorstehende Ausfahrt an den Niederrhein am reichhaltigen Buffet stärken.
Gegen 10.30 Uhr verteilte der Sportreferent Udo Pilger nach einer kurzen Begrüßung und Einweisung die Fahrtunterlagen und schickte den ersten Teilnehmer auf die Strecke, getreu dem Motto, die ältesten und schwächsten Fahrzeuge zuerst, die Nachkriegsfahrzeuge zum Schluss.
Der Wettergott hatte es gut gemeint mit den Oldtimerfreunden. Der morgendliche Dunst hatte sich verzogen, sonniges und warmes Herbstwetter ließ nicht nur das Herz der Cabrio-Fahrer höher schlagen. Über verkehrsarme Nebenstraßen ging es zunächst durch die Sevelner Heide Richtung Geldern. Kurz hinter Geldern nach gut 40 km Fahrstrecke verhieß das Bordbuch: Picknickpause, sprich Getränkepause. Auf einem etwas abseits gelegenen Parkplatz wurden alkoholfreie Getränke für die Fahrer und Sekt, falls gewünscht, für die Copiloten angeboten.
Über Winnekendonk und weiter durch den Xantener Forst führte die Fahrt zum Archäologischen Park in Xanten.
Dieses Museum ist ein Park mit originalen und rekonstruierten römischen Bauten der Colonia Ulpia Traiana in Xanten. Die 73 Hektar und zwischen 10.000 und 15.000 Einwohner umfassende römische Kolonie, auf deren Überresten der Park erbaut wurde, war eine der zentralen Städte der Provinz Niedergermanien.
Zur Römerzeit führte ein Seitenarm des Rheins durch das Gebiet. Das Hafentor dient heute als Parkeingang. Die einstige Herberge ist nun ein Restaurant, das auch für Festivitäten im „römischen Stil“ gemietet werden kann. Die Stadt wurde durch Grundwasser-Brunnen, Becken zum Auffangen von Regen und durch ein Aquädukt mit frischem Wasser versorgt. Auch gab es ein unterirdisches Kanalisationssystem für Abwässer. Die Bürgersteige um einzelne Häuserblocks waren überdacht. Bemerkenswerte Bauwerke sind das Amphitheater und der Hafentempel. Der Nachbau eines antiken römischen Baukrans mit einer interessanten Seilführung rundet das ganze ab.
Im Jahre 275 nach Christi wurde die Kolonie beinahe vollständig von den Franken zerstört. Die Bewohner errichteten daraufhin auf dem Gebiet der Kolonie mit der Siedlung Tricensimae das bedeutendste Festungswerk am Niederrhein. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts nahmen die Überfälle durch germanische Stämme jedoch dermaßen zu, dass die Siedlung endgültig aufgegeben wurde.
Museumsbesuche machen hungrig. Also wurde vor der Weiterfahrt zum Tagesziel flugs das schon zum Ritual der Ausfahrten gehörende Picknickbuffet aufgebaut. Jeder Teilnehmer steuerte hierzu etwas bei, bunt gemischt von sauer bis süß.
Gut gelaunt machten sich die Teilnehmer sodann auf den Weg zur letzten Tagesetappe. Bei Rees wurde der Rhein überquert und rheinaufwärts an den alten Rheinarmen entlang die Richtung Haminkeln eingeschlagen. Der Landschaftscharakter änderte sich allmählich: Die Niederrheinische Tiefebene ging in die sanft hügeligen Ausläufer der Hohen Mark des Münsterlandes über. Am frühen Nachmittag wurde das östlich von Haminkeln liegende Ziel erreicht: Haus Elmer in Marienthal. Schnell hatte sich die Ankunft der Oldtimer wohl im Dorf herumgesprochen und reges Interesse hervorgerufen.
Die Hotelanlage war aus einem ehemaligen Kloster hervorgegangen. Die umliegenden Wirtschaftsgebäude waren zu kleinen Läden ausgebaut worden, in denen überwiegend handwerkliche Kunstgegenstände angeboten wurden.
Der Abend begann mit einem Sektempfang und bot gute Gelegenheit, den ersten Tag der Ausfahrt Revue passieren zu lassen. Nach einem reichhaltigen Abendessen ging man zum gemütlichen Teil des Abends über, der für manche Schnauferlbrüder erst weit nach Mitternacht endete.

Sonntag, 15. Oktober
Zielpunkt der zweiten Tagesetappe war das kürzlich eröffnete Meilenwerk in Düsseldorf, über das schon in der Oktoberausgabe des Schnauferls berichtet wurde.
Pünktlich um zehn Uhr waren die Fahrzeuge startklar und machten sich auf den Weg zur Rheinfähre nach Walsum. Vorbei an den riesigen Kohlekraftwerken der RWE in Voerde und Walsum wurde der Fähranleger erreicht. Nach kurzer Wartezeit konnte nach Orsoy übergesetzt und die Fahrt nach Düsseldorf aufgenommen werden. Immer möglichst dicht am Rhein entlang führte die Route nun linksrheinisch über Moers, Krefeld, Meerbusch und Neuss nach Düsseldorf zum Meilenwerk im Stadtteil Eller. Hier erwarteten uns schon einige Schnauferlbrüder der Landesgruppe, die an der Ausfahrt nicht teilgenommen hatten, aber gerne den Ausklang der Herbstausfahrt mit einer Führung durch das Meilenwerk miterleben wollten.
Unserem Sportreferenten und seiner Gattin sei von dieser Stelle aus im Namen aller Teilnehmer ein herzliches Dankeschön für die gelungene Veranstaltung gesagt.

(Text: Karl-Heinz Albertz – Bilder: Hans-Georg Blumenstein) zur Bildergalerie